Rudolf Kirchberger

Tischler. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet

* 1900    † 1944

 

Lebenslauf

Rudolf Kirchberger wurde am 16.3.1900 in Wien-Siebenhirten geboren. Er arbeitete als Tischler. 1918 war er Soldat im 1.  Weltkrieg und an der italienischen Front. Von 1922 - 1928 war er Soldat in der Volkswehr.

Mitglied der Wiener Stadtleitung der KPÖ, Tätigkeit im Literaturapparat

1942 wurde Rudolf Kirchberger Mitglied der Wiener Stadtleitung der KPÖ. Er war auch im Literaturapparat tätig.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 4. 2. 1943 wurde Rudolf Kirchberger verhaftet und am 14. 3. 1944 gemeinsam mit Alexander Rosenheim, Robert Fritsch, Maria Pitschko und Josef Hubinek (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 21.6.1944 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Die ihm von Fritsch und anderen Funktionären zufließenden Beiträge führte Rosenheim, nach Verwendung eines gewissen Anteils für die ’Rote Hilfe‘, an den jeweils übergeordneten Funktionär ab und übermittelte Arbeitsberichte und Mitteilungen an die Stadtleitung der KPÖ. Dadurch kam er in der Folgezeit mit dem Mitangeklagten Kirchberger in Verbindung. Dieser wurde im Mai 1942 von dem kommunistischen Funktionär [August] Larva für die KPÖ geworben, der ihn mit dem Spitzenfunktionär ’Willi‘ in Verbindung brachte. Von ’Willi‘ wurde Kirchberger etwa Anfang Juni 1942 als Verbindungsmann zu dem Angeklagten Rosenheim als Leiter des Sektors I eingesetzt und mit diesem zusammengeführt. Noch im Juni 1942 fand eine Funktionärsbesprechung statt, bei der Kirchberger mit den Funktionären ’Willi‘ und Plackholm zum Mitglied der Stadtleitung der KPÖ Wiens berufen wurde.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen